ars - et- saliva
David P.Eiser
zeitraffer
Warum es im
Nahen Osten keinen frieden gibt, solange nicht…
Frieden als befriedigende
endlösung eines konflikts zu erreichen ist nur möglich, wenn die
konfliktparteien bereit sind,
ihre streitbeschreibungen
deckungsgleich zu machen. Danach kann im rahmen moderierter verhandlungen,
in denen
gegebenenfalls ausgleichsprozesse
zu berücksichtigen sind, eine für beide seiten erstrebenswerte
zukunftsgestaltung
erarbeitet werden.
Merke: Solange
die streitbeschreibungen nicht deckungsgleich sind, ist der konflikt nicht
lösbar.
Beispiel:
Die Palästinenser
sagen: wir verteidigen nur unser land, in dem wir seit jahrhunderten angesiedelt
sind.
Die Israelis sagen:
wir verteidigen unser land, das uns von Gott gegeben ist.
Das problem besteht
darin, dass ein und dasselbe objekt (das „land palästina“) für
die eine partei seit jahrhunderten
„das land ihrer geburt
und ihrer väter“, für die andere partei jedoch „das land ihrer
zuflucht“ geworden ist, in das sie
nicht aufgenommen
wurden sondern - aus sicht der dort ansässigen bevölkerung - eingedrungen
sind.
Die grosse kunst
des friedensstifters besteht nun darin, entweder diese deckungsungleichheit
aufzulösen oder sie als
unwirksame randerscheinung
neben einer gelungenen ersatzlösung zu betrachten.
Deckungsgleichheit
ergibt sich nicht spontan aus sich heraus sondern muss von beiden parteien
akribisch erarbeitet
werden. Ob dieser
prozess nach fast hundertjährigem kampf gelingt, bleibt zweifelhaft;
denn es ist nach so langer zeit
davon auszugehen,
dass beide parteien sich in ihren vorstellungen festgefahren haben und aus
angst vor verlust
und seit generationen
aufgestautem hass nicht mehr in der lage sind, sich selbst ohne hilfe von
aussen aus diesem
teufelskreis herauszubewegen.
Nach all den jahrzehnten
zyklischer wiederholungen von aggression und abwehr, wiederaufbau und zerstörung
ange-
kommen müsste
eigentlich endlich die frage auftauchen, ob es nicht eine möglichkeit
gibt, sich den ursachen dieses
monströsen konflikts
zu nähern, um daraus dann eine lösung zu entwickeln.
Hier beginnt die
arbeit des friedensstifters mit der überwindung symptomatischer beeinträchtigungen
durch abtauchen
in die ursachenerforschung.
Die ursache des Nahostkonflikts
findet sich in der tatsache, dass nach dem zerfall des osmanischen reichs
und ins-
besondere nach dem
Holocaust jüdischen Europäern vom damaligen Völkerbund (heute
UNO) angeboten wurde,
nach Palästina
auszureisen, um sich dort, auf ehemals osmanischem reichsgebiet, eine neue
existenz aufzubauen.
Diese möglichkeit
erschien plötzlich vielen als ein geschenk des himmels (die idee dazu
war bereits von vertretern
des Zionismus am
ende des 19. Jahrhunderts aufgekommen.)
Der Völkerbund
nahm sich 1920 das recht, die nahöstlichen gebiete des ehemaligen osmanischen
reichs unter fran-
zösisches bzw.
britisches mandat zu stellen, natürlich ohne die dortige bevölkerung
zu fragen, ob sie damit einver-
standen war).
Zur erinnerung:
2026
© GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus:
1947 beschloss die
UNO-Generalversammlung die Teilung Palästinas in einen jüdischen
und einen
arabischen Staat.
Die Tragik des Nahostkonfliktes
liegt darin, dass der Zionismus für die nach Palästina einwandernden
Jud:innen eine nationale Befreiungsbewegung und für die einheimische
arabische Bevölkerung eine
europäische Kolonialbewegung darstellte.
Leider haben es auch
die zuwanderer nicht für nötig erachtet, sich bei den einwohnern
zu erkundigen, ob sie dort
willkommen sind und ob und wo es möglichkeiten zum bau eines hauses,
zur anlage eines gartens, eines feldes,
einer strasse usw. gebe. Leider haben sie sich über allgemein geübte
und anerkannte gesellschaftliche regeln
schamlos hinweggesetzt und teils mit roher gewalt, raub und mord (bis zum
heutigen tag) sich nach ihren vor-
stellungen ihren platz zum leben gesucht und in besitz genommen.
Dies ging nicht ohne
protest der dortigen bevölkerung und führte schon bald zu bitteren
gegenreaktionen, die zum
ersten Palästinakrieg eskalierten, der schliesslich mit der israelischen
unabhängigkeitserklärung 1948 endete.
Seitdem erschüttert
der permanente israelisch-arabische konflikt nicht nur Palästina sondern
den ganzen Nahen
Osten, wo sich die
Araber mit den Palästinensern solidarisch erklären und eine gemeinsame
konträre aussenpo-
litische haltung entwickeln, um dem prosperierenden und uneinsichtigen israelischen
staat zu verdeutlichen, dass
seine existenz in der gegenwärtigen form dort nicht erwünscht ist.
Das hat zur folge,
dass Israel von staaten umgeben ist, die ihm gegenüber nicht positiv
gesinnt sind.
Dazu gehört
auch der Iran.
Es gibt keine neutrale,
objektive instanz, die hier ohne vorbehalt moderieren könnte. Allein
die UNO hat durch
ihre bisherige wirkungslose
beteiligung im arabisch-israelichen konflikt keine wirkliche hilfe erkennen
lassen bzw.
versucht, auf die kontrahenten und deren unterstützer druck auszuüben,
um diese zyklischen kriegszustände end-
lich abzubrechen. Es bleibt aber nichts anderes übrig, als die UNO zu
verpflichten, ihre rolle als suprastaatlicher
beschützer wahrzunehmen und für recht und ordnung zu sorgen, damit
einer der grössten krisenherde auf diesem
planeten endlich zur ruhe kommt.
Ohne diese
äussere massnahme wird es den konfliktparteien mit hoher wahrscheinlichkeit
auch in
zukunft nicht
gelingen, ihre demütigungen und ihren hass zu überwinden.
Uno als nachfolger
des Völkerbunds und Grossbritannien als seinerzeitiger mandatsträger
müssen eingestehen,
dass sie damals einen grossen fehler begangen haben und sich bereit erklären,
für die folgen die verantwortung
zu übernehmen.
Israel muss sich
für seine ungebetene anwesenheit und die damit erfolgten ungesetzlichen
verhaltensweisen
(landraub, vertreibung,
unterdrückung, morde…) anklagen lassen und wiedergutmachung ermöglichen.
Von
Israel als potentem
staat ist zu erwarten, dass ein solcher schritt erfolgen kann, ohne
dem staat zu schaden.
Nach einem
wiedergutmachungsprozess muss es zu einer entscheidenden bitte kommen:
„Liebe Palästinenser,
angesichts der geografischen bedingungen bleibt uns gar nichts anderes übrig
als gemein-
sam in einem laizistischen staat zu leben, in dem demokratische prinzipien
unterschiedslos für alle bürger gelten;
denn eine zweistaatenlösung, bei der der zweite staat aus
zwei voneinander getrennten gebieten be-
steht, die nur über fremdes territorium erreichbar sind, ist keine konfliktarme
lösung. Die ära der ethno-
kratien ist vorbei. Erst gemeinsames handeln und wirken
kann uns eine friedliche und gedeihliche zukunft
ermöglichen.“
Wenn ein solcher
zustand erreicht werden könnte, wären die ursachen des konflikts
endlich bearbeitet und in
positive kräfte verwandelt. Und es gäbe keinen grund mehr für
die umliegenden länder solidarisch mit palästina
gegen Israel zu kämpfen. Weder für den Iran noch für dessen
hilfstruppen im Libanon oder im Jemen noch für die
anderen arabischen staaten.
Zugleich könnte
dies eine hervorragende grundlage für die bildung einer gemeinsamen
wirtschaftszone zwischen
Türkei, Persien und Arabien werden, offen für weitere mitglieder,
ähnlich wie unser heutiges Europa.
Das wäre ein wirkliches befriedungsziel,
wert eines entsprechenden Nobelpreises.
Was bisher gelaufen
ist, war unheiliges operieren an lästigen symptomen. Das hilft erfahrungsgemäss
bei
keiner ernsthaften erkrankung. Offensichtlich gibt es auch chronische politische
erkrankungen.
Aber auch sie lassen
sich heilen.
mehr
© David P. Eiser
Apr 2026